Wie einen „Zug“ zu bekommen mit der Traditionellen Chinesischen Medizin erklärt werden kann…
Nach einem warmen Sommer freuen sich viele darauf, wieder mehr Zeit drinnen zu verbringen: ein gutes Buch auf der Couch, eine Serie auf dem Sofa oder eine Tasse warmen Tee.
Doch der Herbst bringt nicht nur gemütliche Stunden mit sich. Draußen wird es kühler – und häufig auch windiger.
Vielleicht kennen Sie das: Tagsüber war es noch angenehm warm, am Abend wird es plötzlich frisch. Man hat sich nicht darauf eingestellt, trägt vielleicht noch die Kleidung vom Nachmittag und bekommt schließlich einen kalten Windzug in den Nacken.
Am nächsten Morgen ist der Nacken verspannt und schmerzt.
Aus Sicht der TCM ist der Nacken eine Region, die besonders empfindlich auf Wind und Kälte reagieren kann. Deshalb wird in der TCM traditionell empfohlen, den Nacken bei kaltem oder windigem Wetter gut zu schützen.
Warum gerade der Nacken?
Im Bereich des Nackens befinden sich verschiedene Akupunkturpunkte, deren Namen schon auf die Verbindung zum Wind hinweisen. Dazu gehören beispielsweise das „Windtor“ (BL12) oder der „Wind-Teich“ (GB20).
In der TCM geht man davon aus, dass die Lebensenergie Qi durch bestimmte Energieleitbahnen – die sogenannten Meridiane – durch den Körper fließt.
Vereinfacht kann man sich das wie ein Netzwerk vorstellen, durch das Qi und Blut zirkulieren. Für die Gesundheit ist aus Sicht der TCM ein möglichst freier und harmonischer Fluss wichtig.
Verschiedene Faktoren können diesen Fluss beeinflussen – unter anderem Kälte, Hitze, Bewegungsmangel, einseitige Belastungen oder auch starke und anhaltende Emotionen.
Und eben auch: Wind.
Was passiert bei einem kalten Windzug?
Stellen Sie sich vor: Es ist Herbst. Draußen weht ein kalter Wind. Sie sind noch nicht darauf eingestellt und gehen ohne Schal nach draußen.
Besonders der Nacken ist dem Wind direkt ausgesetzt.
Aus Sicht der TCM kann kalter Wind in diesem Bereich den freien Fluss des Qi beeinflussen. Es kann zu einer Art Stagnation kommen, die sich beispielsweise als Verspannung, Steifigkeit oder Schmerzen bemerkbar machen kann.
Deshalb gehört es in der TCM zu den einfachen Maßnahmen des Alltags, den Nacken vor Wind und Kälte zu schützen.
Ein Schal ist also nicht nur angenehm warm – er kann aus TCM-Sicht dabei helfen, empfindliche Bereiche wie den Nacken vor äußeren Einflüssen zu schützen.
Und wenn der Nacken bereits verspannt ist?
Dann kann Wärme wohltuend sein. Auch Akupunktur und Akupressur setzen an bestimmten Punkten und Energieleitbahnen an und werden in der TCM genutzt, um den Qi-Fluss zu beeinflussen.
Dabei geht es nicht nur um Beschwerden im Nacken oder Erkältungen
Je nach individueller Situation können beispielsweise auch Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Gelenkbeschwerden oder Verdauungsprobleme ein Thema für eine TCM-Behandlung sein.
Mein kleiner Herbst-Tipp
Achten Sie in den kommenden Wochen einmal bewusst auf Ihren Nacken.
Wird es draußen windig oder kühler, nehmen Sie gerne einen Schal mit und schützen Sie damit die empfindliche Nackenregion – insbesondere die Bereiche, die in der TCM mit Wind in Verbindung gebracht werden.
Wobei … das muss natürlich nicht für jeden Menschen und in jeder Situation gleichermaßen gelten.
Warum das so ist und warum in der TCM immer der einzelne Mensch und seine individuelle Situation betrachtet werden, erzähle ich Ihnen vielleicht beim nächsten Mal.
Sie haben Fragen zu diesem Thema oder möchten wissen, ob eine TCM-Behandlung für Ihre Beschwerden infrage kommen könnte? Melden Sie sich gerne bei mir Daniela Aiudi.
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