Warum?
Dr. med. Ulrich Selz – der „Darm-Doc“ – hat im April 2026 sein Buch veröffentlicht und landete damit auf Anhieb auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste! Das Buch heißt übrigens genau so: Der Darm-Doc (Verlag Rowolt). Wenn das Buch auf ein so überragend großes Interesse stößt, dann zeigt es doch deutlich, dass das „Stille Örtchen“ für einen großen Teil der Bevölkerung ein Ort des Unwohlseins, der Beschwerden und des Leidens ist. Bei 4% und 17% der deutschen Bevölkerung wurde ein Reizdarmsyndrom diagnostiziert, eine als chronisch eingestufte Erkrankung, bei der die Verdauungsbeschwerden nicht klar ursächlich zugeordnet werden können. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Viele weitere Darmerkrankungen kommen hinzu und bevölkern die Statistiken.
Also lassen Sie uns über den Darm und die gesamte Verdauung reden! Es lohnt sich!
Unsere Verdauung ist keine schnöde „Abfallbeseitigung“. Nein, sie ist ein hochkomplexer Prozess, der in vielerlei Hinsicht lebenswichtig ist. Nur ein paar Fakten:
- Verdauung beginnt bereits im Mund (Kauen ist wichtig!) und endet zwischen den Pobacken. Im Prinzip handelt es sich um einen langen Schlauch mit verschiedenen Funktionsabschnitten, die mit Ventilen hie und da voneinander abgegrenzt sind.
- Im Verdauungstrakt wird die Nahrung, die wir aufnehmen, aufgespalten, aufgeschlüsselt und als Bau- und Funktionsmaterial vorbereitet und zur weiteren Verarbeitung in’s Blut abgegeben. Das betrifft Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Mineralien, Vitamine, Spurenelemente und weitere Stoffe.
- Im Darm werden auch Stoffe gebildet: nicht nur einige Vitamine, sondern auch superwichtige Hormone wie z.B. Serotonin, unser Glückshormon.
- Wesentliche Teile unseres Immunsystems sind im Verdauungstrakt verortet.
- Wir haben tatsächlich ein eigenständiges Bauchhirn – das sog. enterische Nervensystem mit 100 Millionen von Nervenzellen– das zum einen autark arbeitet und zum anderen engen Kontakt zu unserer Zentrale im Kopf pflegt. Dabei sendet das Bauchhirn ca. 80% in Richtung Kopf. Demnach erhält der Bauch nur zu ca. 20% Informationen von oben.
Die Komplexität der Vorgänge im Darm und die Zusammenhänge mit Hormonbildung, Immunsystem und Nervensystem werden erst in jüngerer Zeit intensiver beforscht und aufgedeckt.
Darmgesundheit – ohne sie kein Wohlbefinden!
Alleine an den oben genannten Aussagen wird erkennbar, dass ein nicht gut funktionierender Darm negative Auswirkungen auf sämtliche körperliche Auf- und Abbauprozesse, auf unsere Energiegewinnung, auf unsere Immunkompetenz und auf unsere seelische Balance hat. Und das sprichwörtliche Bauchgefühl gibt es wirklich! Unser Bauchhirn ist wie ein Frühwarnsystem. Evolutionär schon früh entwickelt, werden hier jede Menge Informationen verarbeitet, die sich nicht nur auf Nahrungsmittel und mit ihnen eingeschleuste Mikroben beziehen (dafür bräuchten wir nicht 100 Millionen Nervenzellen!), sondern auch auf unsere soziale Umwelt und unsere Emotionen. Das Bauchhirn entscheidet mitunter viel schneller als das Kopfhirn.
Übrigens steht unser Darm in engem Kontakt zu unserer Haut. Unsere Haut ist unsere äußere Kontaktfläche zur Umwelt. Der Darm, oder besser gesagt, der gesamte Verdauungstrakt ist unsere innere Kontaktfläche zur Umwelt (Nahrung, Krankheitserreger, Toxine). Das Gleiche gilt für die Lunge, die mit der Atemluft und allem, was wir mit ihr aufnehmen, in direktem Kontakt steht.
Das wussten auch schon die Ärzte im alten China. Gemäß der Traditionell chinesischen Medizin stehen Dickdarm, Lunge und Haut in einem sehr engen energetischen Verhältnis und werden immer im Zusammenhang betrachtet. Der Verdauungstrakt (Nährstoffe) und die Lunge (Sauerstoff) liefern die Grundlagen für unser Qi, das die Bewegungskraft für sämtliche Prozesse unseres menschlichen Daseins ist.
Was haben Depressionen und Stress mit dem Darm zu tun?
Noch einmal zurück zum Thema Hormonbildung im Darm.
Unser Serotonin, ein Neurotransmitter, der unser emotionales Gleichgewicht reguliert und für eine Stimmungsaufhellung sorgt (also antidepressiv), wird überwiegend im Darm gebildet und ist dabei auf das Vorhandensein bestimmter Bakterien angewiesen. Das gleiche gilt für GABA, ebenfalls ein Neurotransmitter, der für das Beenden und Beruhigen von Erregungszuständen verantwortlich ist (Stressabbau). Auch Dopamin, ein Neurotransmitter, der uns mit einer positiven Motivation in’s Handeln bringt, der Vorfreude erzeugt und ein Belohnungsgefühl vermittelt, wird zwar hauptsächlich im Gehirn, aber zu Teilen auch im Darm unter Mitwirkung von Bakterien gebildet. Es ist das Hormon, das bei der Parkinson-Erkrankung im Mangel ist.
Gibt es keine Harmonie des Mikrobioms im Darm, so liegt es zumindest nahe, dass unsere psychische Verfassung leidet.
Aber das ist keine Einbahnstraße. Depressionen können nicht nur im Gemüt eine Lethargie auslösen, sondern auch in den Körperfunktionen. Z.B. können Depressionen den Darm nahezu lahmlegen (Verstopfung) oder auch auf Durchzug stellen (Durchfall). Aber vor allem Stress, egal ob körperlich, emotional oder sozial, hat eine unmittelbare Auswirkung auf den Darm. Wir alle kennen den unbedingten Drang zum Klo bei Nervosität, z.B. vor einem Vorstellungsgespräch oder Auftritt auf der Bühne. Das ist ein akutes Ereignis, das dann auch wieder vorübergeht. Der dauerhafte Stress aber, den wir fast alle in unserer Lebenswirklichkeit erleben, hinterlässt seine Spuren im Darm. Das Stresshormon Cortisol, das in den Nebennieren produziert und freigesetzt wird, bereitet uns innerlich über das sympathische Nervensystem auf Kampf oder Flucht vor. Alle Energie geht also in die Muskelkraft, in’s Hochregulieren von Herzaktivität und Sinneswahrnehmung und schaltet das Schmerzempfinden zurück. Der Parasympathikus wird bei Stress hingegen heruntergefahren. Er wäre zuständig für die Verdauung, für Regulations- und Reparaturprozesse im Körper und für ein gut funktionierendes Immunsystem. Bei Dauerstress gerät also die Verdauung durcheinander. Auch hier schaltet der Darm entweder auf „lahm“ oder auf „Durchzug“ oder auch mal so, mal so. Die ständige Aktivität der Cortisol-Regelkreises sorgt für die Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen, unter anderem Histamin, die knapp gesagt für Unordnung im Darm sorgen, die Darmschleimhaut wird „löcherig“ (Leaky gut), das Gleichgewicht der Mikroorganismen kippt (Dysbiose).
Es gibt noch so viel mehr zu erzählen über den Darm und die Darmflora und ihre Aufgaben. Wir würden uns darüber freuen, Ihnen noch weitere Informationen dazu in einem persönlichen Gespräch geben zu dürfen!
Was sind die möglichen Symptome eines in Unordnung geratenen Darmes?
- Blähbauch, der auch schmerzhaft sein kann
- „Pupseritis“, von nahezu geruchslos bis stinkend
- Verstopfung oder Durchfall, auch wechselnd
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die sich auf immer mehr Nahrungsmittel ausweiten
- Mundgeruch
- Neu auftretende Hautunreinheiten oder anderweitig reagierende Haut
- Sich häufende Infekte
- Müdigkeit, Antriebslosigkeit, wenig Energie
- depressive Stimmung
Diese Liste ist natürlich nicht abschließend.
Die DARM-EXPERTS von Dr. med. Ulrich Selz
Selz ist selber seit seiner Kindheit Betroffener der Darmgesundheit. Noch stärker war sein Bruder betroffen. Und so hat ihn die gemeinsame Leidensgeschichte dazu bewogen, sich als Mediziner ganz besonders dem Thema Darmgesundheit zu widmen und über den Tellerrand dessen zu schauen, was er in seinem Studium erlernt hat.
Und er will sein Wissen und seine langjährige Erfahrung nicht für sich behalten! So bildet er seit einigen Jahren Ärzte und Heilpraktiker darin aus, sich mittels moderner Labordiagnostik ein detailliertes Bild von der Situation im Verdauungstrakt zu machen, die Laborwerte differenziert zu deuten und daraus sehr gezielt Behandlungsmaßnahmen abzuleiten und durch wiederholte Labordiagnostik zu kontrollieren und anzupassen. Dabei steht nicht nur die Zusammensetzung des Mikrobioms im Focus, sondern auch die Verdauungsrückstände, Entzündungsparameter und weitere Meßdaten. Auch Atemtests spielen eine große Rolle, um herauszufinden, ob und in welcher Art evtl. der Dünndarm von Dickdarmbakterien überwuchert wird (SIBO = small intestinal bacterial overgrowth).
Tragende Säule der Therapie ist in jedem Fall, durch gezielte Gabe von Mitteln die Zusammensetzung der Mikroorganismen in Darm wieder in eine gesunde Balance zu bringen, also hilfreiche und notwendige Bakterien wieder anzusiedeln und zu füttern und ihnen ein gutes Milieu zu schaffen und weniger hilfreiche Organismen zu reduzieren und ihnen das Futter zu entziehen.
Weitere wichtige Säulen sind die Themen Ernährungsanpassung und Stressmanagement. Der Therapieerfolg kann ausbleiben, wenn diese Felder nicht mitgedacht und bearbeitet werden. Hier geht es um Fragestellungen, was in der spezifischen Situation vermehrt gegessen werden soll und was eher reduziert oder ganz vermieden werden soll. Welche Zubereitungsart ist passend? Wird ausreichend gut gekaut? Wird in Ruhe gegessen? Liegen Pausen zwischen den Malzeiten? Was löst im Alltag Stress aus? Wo kann man ansetzen, den Stress zu reduzieren? Wieviel Leistungsdruck kommt wirklich von außen und wieviel von innen (eigener Leistungsanspruch, Ängste, Sorgen)? Und so weiter….
Und noch eine wichtige Säule ist: GEDULD! Denn das muntere Zusammenleben der Mikroorganismen im Darm kann man sich wie einen Gemüsegarten vorstellen. Wenn der Boden unfruchtbar geworden ist, dann braucht es eine Weile, ihn wieder fit zu bekommen. Auch das Gleichgewicht zwischen Gemüsepflanzen und Beikräutern (die hie und da in Maßen sehr nützlich sein können) läßt sich nicht über Nacht zaubern. Dann gibt es mal eine heftige Schneckenplage (z.B. Antibiotika) und man darf wieder neu aussähen und pflanzen. Geduld bei der Therapie ist also wichtig, aber es können sich durchaus recht schnell Verbesserungen der Verdauung und des Allgemeinzustandes einstellen. Dann heißt es aber: Weitermachen!
Daniela Aiudi und Wilma Kreißig haben im vergangenen Jahr die Ausbildung bei Dr. med. Ulrich Selz absolviert und sind seither Teil des Darm-Experts-Netzwerks. Sie können also gerne unseren Rat und unser Therapieangebot rund um das Thema Darm und darüber hinaus in Anspruch nehmen. Daniela Aiudi kann mit der Akupunktur die Darmgesundheit begleitend fördern und mittels Hypnose sehr gut auf das Thema Stress und seine Hintergründe eingehen. Wilma Kreißig kann mit der kinesiologischen Testung zum Einen die Ursachenforschung neben der Labordiagnostik vertiefen und zum anderen mit manuellen Techniken die Verdauungsorgane behandeln. Shiatsu ist eine wunderbare Behandlungsform, um das vegetative Nervensystem auszubalancieren, also Stress abzubauen.
Haben Sie Fragen dazu? Interessiert es Sie mehr zu erfahren!
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